Borreliose

Borreliose diagnostizieren

Polyneuropathien, Lähmungserscheinungen, Kopf- und Muskelschmerzen, Herzerkrankungen, Reizbarkeit, Hautveränderungen, schubweise oder chronisch verlaufende Arthritis, Lymphknotenschwellungen, grippale Infekte, Abgeschlagenheit.

Diese Symptome sind auf viele Erkrankungen anzuwenden.

Sie können aber auch auf eine fortgeschrittene Borreliose (Lyme-Borreliose) hinweisen.

Wie erfolgt die Borreliose Infektion und welche Stadien gibt es?

Der Erreger heißt Borrelia burgdorferi (nicht zu verwechseln mit FSME, die bei uns in Westfalen selten vorkommt) und kennt 4 in Europa verbreitete Unterarten, die den Menschen befallen. Erkrankungen durch Zecken waren auch in früherer Zeit bekannt. Der Erreger selbst wurde erst 1981 von W. Burgdorfer entdeckt.

Zwischen 5 und 35% der Zecken sind mit dem Erreger befallen. Die Infektionen finden zwischen März und Oktober statt, wobei es saisonale Häufungen gibt. Juni und Juli tritt das Erythema migrans häufiger auf, auch Wanderröte genannt, und Juli und August steht eher für die Neuroborreliose.

Der Erreger selbst befindet sich in kleinen Nagern und Vögeln, die selbst nicht erkranken. Wildtiere sind wichtige Zwischenwirte.

Die Infektion erfolgt mit dem Stich der infizierten Zecke. Das Risiko einer Erkrankung steigt mit der Dauer des Saugaktes.

Die Inkubationszeit variiert stark.

Stadium 1: Tage bis Wochen:  Erythema Migrans (Wanderröte) tritt nur in 50% der Fälle auf

Stadium 2: Wochen bis Monate: möglich sind Lähmungserscheinungen, Arthritiden am Knie und Ellenbogen 

Stadium 3: Monate bis Jahre: Polyneuropathien, Befall des Gehirns, acrodermatitiden

Stadium 1 und 2 können auch unerkannt oder symptomlos verlaufen. Ein grippaler Infekt kommt auch mal im Sommer vor und wird nicht zwingend mit einer Borreliose im Zusammenhang gesehen.

Wie wird die Borreliose, insbesondere im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert?

Die Borreliose ist zunächst eine Verdachtsdiagnose. Sie wird gestützt durch Anamnese und Labordiagnostik.

Ich setze in meiner Praxis auf eine ausführliche Labordiagnose.

Serologische Untersuchung des Patienten: Borrelieninfektionen können in jedem Stadium serologisch untersucht werden. Die Sicherheit der Diagnostik steigt aber mit der Dauer der Infektion und der damit einhergehenden Antikörperbildung. Vier bis sechs Wochen nach einer möglichen Infektion ist eine Blutuntersuchung sinnvoll. Direkt nach dem Stich sind keine sicheren Befunde zu erwarten.

Die Diagnose der Borreliose ist ohnehin nicht einfach. Das erste Problem ist die Unzuverlässigkeit der Tests. Es gibt sowohl fasch positive als auch falsch negative Ergebnisse. Um eine weitere Fehlerquelle auszuschließen, ist es wichtig, möglichst immer im selben Labor untersuchen zu lassen, da es immer die gleichen Tests verwendet.

Standard sind zwei verschiedene Tests.
Der Elisa (Borrelia burgdorferi IgG-AK und IgM-AK), ein quantitativer Test, zählt die Antikörper.
Der Borrelia burgdorferi-Western Blot, ein qualitativer Test,sagt aus, welche Antikörper vorhanden sind. Er bestimmt die Eiweißstruktur der Antikörper und gibt Hinweise auf das Stadium der Erkrankung. Der Western Blot ist sicherer als der Elisa.
Bei grenzwertigem Elisa-Test eignet er sich zur Bestätigung und weiteren Differenzierung. Er lässt die IgG- und IgM-Reaktion gegen die einzeln aufgeführten Antigene erkennen.
Kassenpatienten bekommen erst einmal nur den Elisa gezahlt, und nur im positiven Fall den Blot. Da der Elisa aber ein unsicherer Test ist, ergeben sich daraus viele Fehldiagnosen. Es ist also von großer Wichtigkeit, beide Tests durchzuführen und miteinander zu vergleichen.
Der LTT (Lymphozytentransformationstest) und andere Testverfahren sind noch unsicherer und m.E. nur als Zusatzinformation zu gebrauchen.

Wie wird die Borreliose therapiert?

Die Therapie der Borreliose stellt noch größere Probleme dar, da das Wissen der meisten Heilpraktiker und Ärzte noch immer sehr unzureichend ist. Eine Antibiose ist bei einer Infektion das Mittel der Wahl! Das Immunsystem ist nicht in der Lage, Borrelien adäquat zu bekämpfen, da es sich hier um Spirochäten handelt. Es gibt wenige Ausnahmefälle, in denen ein starkes Immunsystem vorliegt und die Zecke nur wenige Borrelien hatte; da mag es funktionieren. Weil man das nicht wissen kann, ist die Gefahr einer chronischen Borreliose zu groß, um leichtsinnig zu handeln. Die Nebenwirkungen einer Antibiose sind ungleich geringer. Was inzwischen immer bekannter wird, ist die Tatsache, dass Stechmücken, besonders Bremsen, Träger von Borrelien sein können. Hier wird man mit einem Stich infiziert.

Am erfolgversprechendsten ist die Antibiotikatherapie im Frühstadium.

Für die Behandlung stehen unterschiedliche Antibiotika zur Verfügung. Im Stadium 3 wird man um eine 4wöchige Antibiotikatherapie nicht herumkommen.

Was können Sie selbst vorbeugend gegen die Zecke als Überträger der Borreliose tun?

Sie können sich und Ihre Kinder mit Repellentien besprühen. Die Wirkung läßt aber nach 2 Stunden schon deutlich nach.

Mähen Sie Ihren Rasen kurz und regelmäßig. Lichten Sie undurchdrigliches Gebüsch aus.

Nach Aufenthalten im Freien oder im Gebüsch sollten Sie sowohl sich, als auch Ihre Kinder nach Zecken absuchen. Bei Kindern sitzen sie gern am Haaransatz oder hinter den Ohren. Auch der Bauchnabel wird gern als Unterschlupf genommen.

Sollten Sie eine Zecke finden, ziehen Sie sie mit einer Pinzette oder Zeckenzange senkrecht ohne Drehung aus der Haut. Dabei wird die Zecke möglichst dicht am Kopf gepackt. Keinesfalls darf der Leib gedrückt werden, denn dann besteht die Gefahr, dass die Zecke erst recht den Körperinhalt in die Bissstelle entleert. Je eher eine Zecke entfernt wird, um so geringer ist die Gefahr einer Borrelioseübertragung.

Beobachten Sie die Stelle. Sollte sich eine Wanderröte entwickeln gehen Sie bitte zum Arzt und lassen sich ein Antibiotikum verschreiben.

Kann die Homöopathie einen Zeckenbiss verhindern oder sogar Borreliose heilen?

Lassen Sie sich nicht auf die vermeintlich schonendere homöopathische Behandlung einer Borreliose ein. Eine echte Borreliose wird dadurch nur verschleppt. Keinesfalls wird sie verhindert und schon gar nicht geheilt. Auch die häufig empfohlene vorbeugende Behandlung mit Homöopathika beruhigt allenfalls ängstliche Eltern. Verhindern kann sie leider nichts.

Trotzdem sollte niemand in Panik ausbrechen. Nicht alle infizierten Zecken infizieren gleich, wenn sie gebissen haben.

Was können Sie in meiner Praxis erwarten?

Gern veranlasse ich nach einer umfangreichen Anamnese und Befunderhebung die erforderlichen Laboruntersuchungen und überweise nach erfolgter Diagnosestellung an einen versierten ärztlichen Spezialisten.

Nach erfolgter Antibiotikatherapie leiten wir eine Darmsanierung und ausleitende Maßnahmen ein. Außerdem kontrollieren wir die Vitaminversorgung im Blut.

In den allermeisten Fällen ist es für eine Therapie noch nicht zu spät und die Patienten haben eine gute Prognose.

Rufen Sie mich an oder vereinbaren Sie einen Termin über das Kontaktformular. Ich berate Sie gern.